Rezension: Fitness für Geeks

Bruce W. Perrys Buch "Fitness für Geeks" erscheint dieser Tage im O'Reilly-Verlag. Wir haben es für euch gelesen und eine Rezension geschrieben.

Fitness für Geeks

„Für einen echten Geek ist Fitness eine Wissenschaft wie jede andere auch.“ So beginnt der Klappentext von Bruce W. Perrys „Fitness für Geeks“. Ich kenne eine Menge erfahrene Sportler und Trainer, die dieser Aussage widersprechen würden. Denn Fitness ist eben keine exakte Wissenschaft. Das bedeutet jedoch nicht, dass es gänzlich fruchtlos sein muss, Fitness aus dem Blickwinkel eines Geeks zu betrachten.

Was ist ein Geek? Für den Autor ist ein Geek jemand, der, sobald er ein Interesse an einer Sache entwickelt hat, jedes noch so kleine Detail ergründet. Ein Geek ist neugierig und ein Geek beherrscht die grundlegenden Techniken des Erkenntnisgewinns: beobachten, analysieren, nachlesen, ausprobieren. Er vertraut nur wenigen Autoritäten und möchte Dinge lieber selbst nachvollziehen, als sie von anderen vorgebetet zu bekommen.


In diesem Geiste hat Bruce W. Perry sein Buch geschrieben. Er vermittelt Grundlagenwissen über Fitness und Ernährung, aber er versucht vor allem, seinen Lesern die Mittel an die Hand zu geben, die sie dazu befähigen, dieses Wissensfeld selbst zu erkunden. Perry stellt Apps und Tools vor, die Trainingsfortschritte dokumentieren oder dabei helfen, die Ernährungsgewohnheiten oder das Schlafverhalten zu analysieren.

Perry erklärt dem Leser alles über Makro- und Mikronährstoffe in der Nahrung, welche Funktionen diese erfüllen und in welchen Lebensmitteln sie zu finden sind. Er gibt einen Trockenkurs im Kraft- und Ausdauertraining und macht klar, wie wichtig Regeneration ist.

Dabei wird immer wieder deutlich, dass Perry von Beruf nicht Sportwissenschaftler, sondern Programmierer ist. Besondere Ernährungsstrategien nennt er „Hacks“ und an einer Stelle fragt er seine Leser: „Habt ihr schon mal eine random()-Funktion oder -Methode in eurem Code verwendet?“ Gegenfrage: Ist jeder Geek ein Programmierer?

„Fitness für Geeks“ wurde aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. An manchen Stellen wirkt die Übersetzung unausgereift, das fällt aber nicht besonders stark ins Gewicht. Schwerer wiegt der Umstand, dass Perry natürlich ausschließlich englische Apps und Tools vorstellt, auf englischsprachige Webseiten verweist und wenn er über Supermärkte und Restaurants redet, die Supermärkte und Restaurants in den USA meint. Man muss die englische Sprache beherrschen, möchte man im vollen Umfang von diesem Buch profitieren.

Weshalb lohnt es trotz dieser Schwächen, „Fitness für Geeks“ zu kaufen? Perry gelingt es wie wenigen, den Leser in dieses doch recht komplexe Thema einzuführen, ohne dabei das Maß zwischen vereinfachender Darstellung und sportwissenschaftlicher Verlässlichkeit zu verlieren. Seine Anekdoten und Geheimrezepte unterhalten aber auch Kenner der Materie, zumal es nie schaden kann, das vermeintlich Altbekannte aus einem ungewohnten Blickwinkel zu betrachten.

Bruce W. Perrys „Fitness für Geeks“ ist eine der besseren Einführungen in den Themenkomplex Fitness und Ernährung. Durchaus empfehlenswert – nicht nur für Geeks.

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Alternativ: Die Kindle-Edition von „Fitness für Geeks“ kaufen.

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Bild: © Uebungen.ws

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