Körperfettanteil messen: Die besten Methoden

In unserem Artikel erklären wir dir die besten und genauesten Methoden zur Körperfett-Messung. Was funktioniert? Was ist Humbug? Welche Techniken eignen sich auch für zu Hause?

Körperfettanteil messen: Die besten Methoden

Die genaue Dokumentation deiner Fortschritte ist im doppelten Sinne wichtig: Erstens kannst du dich auf diese Weise vergewissern, dass du auf dem richtigen Weg bist und deinem Traumkörper näherkommst. Zweitens bringen die Messungen zusätzliche Motivation. Sie bestätigen dir schwarz auf weiß, dass deine Mühen sich lohnen.

Gerade auch bei Anfängern ist eine regelmäßige Körperfettmessung deshalb sinnvoll. So gewinnst du Vergleichswerte, die dir bei der Beurteilung deiner späteren Erfolge helfen. Aber wie funktioniert eine Körperfettmessung überhaupt? Welche Methoden gibt es? Wir stellen sie dir vor.


Caliper-Methode: Günstig und exakt

Bei der Caliper-Methode kommt ein spezielles Hautfaltenmessgerät (Caliper) zum Einsatz. Mit ihm kannst du die Dicke von Hautfalten messen und erhältst so Aufschluss über deinen Körperfettanteil.
Die Messung mit dem Caliper findet an 1, 3, 5, 7 oder 10 Stellen deines Körpers statt. Die besonders populäre 3-Punkt-Messung für Männer erfolgt beispielsweise an Brust, Bauch und Oberschenkel. Frauen messen hingegen an Bauch, Hüfte und Oberarm.

Die Anschaffung eines Calipers ist sehr günstig, die Messung damit recht unkompliziert. Deshalb ist die Caliper-Methode eine gute Lösung für eine Körperfett-Prüfung in den eigenen vier Wänden.

Ein weiterer Vorteil der Caliper-Methode ist ihre hohe Genauigkeit. Da ein Großteil der Fettpolster im menschlichen Körper direkt unter der Haut liegt, ist die Hautfaltenmessung mit dem Caliper vergleichsweise exakt. Der einzige Ungenauigkeitsfaktor entsteht durch die Person, die die Messung vornimmt. Um verlässliche Ergebnisse zu erhalten, musst du mit hoher Gründlichkeit vorgehen und jedes Mal an der gleichen Körperstelle messen.

Caliper: Die Vor- und Nachteile im Überblick

günstig in der Anschaffung
für den Heimgebrauch geeignet
vergleichsweise exakt und zuverlässig
erfordert gewissenhafte Messung

Fazit: Die Caliper-Methode ist nicht umsonst sehr populär und auch im Leistungssport anerkannt. Absolute Empfehlung für alle, die kein Geld in eine Körperfett-Waage investieren wollen.

Welchen Caliper soll ich mir kaufen?

Bei den Calipern gibt es zwei Preiskategorien. Die günstige Kategorie liegt zwischen 5 und 20 Euro. Wesentlich genauer messen Caliper, die für den medizinischen Bereich konzipiert wurden und bis zu 1.500 Euro kosten.

Günstige Caliper bestehen aus Kunststoff und weisen deshalb eine begrenzte Lebensdauer auf, sind unserer Erfahrung nach für den Otto Normalsportler aber absolut ausreichend.

Körperfett-Waage: Bequem, genau, aber vergleichsweise teuer

Die Körperfett-Waage nutzt ein wissenschaftliches Verfahren, das Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) genannt wird. Sie schickt ein für dich nicht wahrnehmbares Stromsignal durch deinen Körper und misst so deinen Körperfettanteil. Das Prinzip dahinter: Fettgewebe leitet den Strom schlechter als deine Muskeln es tun. Die Waage überprüft die Leitfähigkeit deines Körpers und kann auf diesem Wege errechnen, wie hoch die Anteile von Körperfett und fettfreier Muskelmasse sind.

Wie du dir denken kannst, funktioniert eine solche Messmethode nur mit hochwertigem technischen Equipment. Deshalb besteht ein eklatanter Qualitätsunterschied zwischen billigen Körperfettwaagen und höherwertigen Messgeräten zur Körperanalyse. Er lässt sich an einem technischen Unterschied festmachen, der auch für Laien leicht zu erfassen ist:

Bei einfachen Körperfettwaagen der unteren Preiskategorie sitzen die Elektroden nur unter den Füßen und der Strom durchfließt lediglich die unteren Extremitäten. Dadurch wird die Messung verfälscht: Ein Mensch mit schlanken Beinen und einem dicken Bauch beispielsweise bekommt tendenziell ein zu gutes Ergebnis, weil das Fett oberhalb der Hüfte nicht erfasst werden kann und lediglich eine Hochrechnung auf die gesamte Körpermasse vorgenommen wird.

Hochwertige Messgeräte verfügen hingegen über ein zusätzliches Paar Elektroden, das an den Händen anliegt. Durch diese Konfiguration fließt der Messstrom durch den gesamten Körper, die Messungen werden wesentlich genauer. Entsprechende Geräte findest du häufiger in Fitnessstudios und Apotheken; ihre Benutzung ist zumeist nur gegen Gebühr möglich. Mittlerweile gibt es aber auch bezahlbare Modelle für den Heimgebrauch (siehe unten).

Körperfettwage-Vergleich

Körperfett-Waage: Die Vor- und Nachteile im Überblick

bequeme Messungen in Sekundenschnelle
für den Heimgebrauch geeignet
liefert zuverlässig exakte Messergebnisse
teuer

Fazit: Wenn du eine Körperfett-Waage zu kaufen planst, dann raten wir unbedingt zu einem Modell mit Hand-Elektroden. Insgesamt handelt es sich um die beste Methode zur Körperfett-Messung in den eigenen vier Wänden – einziger möglicher Knackpunkt sind die Anschaffungskosten von über hundert Euro.

Welche Körperfett-Waage soll ich mir kaufen?

Der Weltmarktführer Tanita verkauft Körperanalyse-Waagen für das heimische Badezimmer, die mit Hand-Elektroden ausgestattet sind. Sie messen zuverlässig die Fett- und Muskelmasse des gesamten Körpers und sind damit wesentlich genauer als ihre billigeren Verwandten.

Andere Methoden, die sich wenig oder gar nicht eignen

Die beiden besten Methoden zur Körperfett-Messung kennst du nun. Wir möchten dir nachfolgend noch einige weitere Möglichkeiten nennen, die in Internetforen und in Blogs häufiger zur Sprache kommen. Bei jeder Methode sagen wir, weshalb sie sich unserer Meinung nach im Alltag nicht eignet.

Körperumfangsmessung

Im Internet und in einigen pseudoschlauen Büchern wird vorgeschlagen, den Körperfettanteil anhand von Körperumfängen zu messen. Besonders populär sind die „Navy-Methode“ und die „YMCA-Methode“. Der Vorteil an ihnen: Du benötigst kein besonderes Equipment, ein einfaches Maßband reicht aus. Der Nachteil: Sie sind völlig unzuverlässig und produzieren in der Regel komplett falsche Ergebnisse.

Es ist schlicht nicht möglich, von deinen Körpermaßen auf den Körperfettanteil zu schließen. Das Maßband kann Muskeln und Fett nämlich nicht voneinander unterscheiden – egal an welcher Körperregion du es ansetzt.

DXA/DEXA-Scan

Die Dual-Röntgen-Absorptiometrie, auch als DXA oder DEXA-Scan bekannt, ist eine der genauesten Methoden zur Bestimmung der Körperzusammensetzung. In der Regel wird sie eingesetzt, um die Knochendichte zu kontrollieren. Sie gibt aber auch sehr genauen Aufschluss über die Anteile von Muskel- und Fettmasse. Hierzulande gibt es einige Ärzte, die DXA-Scans für Selbstzahler anbieten.

Aufgrund der relativ hohen Kosten pro Scan und der nicht unerheblichen Strahlenbelastung scheidet diese Methode in der Praxis weitgehend aus. Wir kennen zumindest niemanden, der seinen Körperfettanteil regelmäßig per DXA-Scan kontrollieren lässt.

Hydrostatisches Wiegen und andere wissenschaftliche Methoden

Wenn du wissenschaftliche Studien liest, in denen es um den Körperfettanteil geht, wirst du zuweilen feststellen, dass besondere Messmethoden benutzt wurden. Ein gutes Beispiel ist das sogenannte Hydrostatische Wiegen. Dabei wird der Proband in ein Wasserbecken getaucht. Die Menge des verdrängten Wassers im Verhältnis zur Körpermasse gibt präzise Auskunft über die Zusammensetzung des Körpers.

Gegen solche Methoden spricht, dass sie nur von Experten durchgeführt werden können und teures Labor-Gerät erfordern. Sie spielen deshalb nur in der Welt der Wissenschaften eine Rolle.

Fazit

Alle existenten Methoden zur Ermittlung des Körperfettanteils weisen gewisse Ungenauigkeiten auf. Die Ergebnisse einer Caliper-Messung und einer Körperfett-Waagen-Messung können deshalb bis zu einem gewissen Grad voneinander abweichen. Das nimmt ihnen jedoch nicht ihren Sinn: Bei der Körperfett-Messung geht es weniger um absolute Werte, sondern mehr um die Dokumentation von Fortschritten. Sie bestätigt dir schwarz auf weiß, dass dein Körperbild sich zum Positiven verändert.

Wenn du deinen körperlichen Wandel zuverlässig dokumentieren willst, solltest du möglichst immer auf das gleiche Gerät und die gleiche Methode zurückgreifen. So erhältst du den maximal möglichen Aufschluss über Veränderungen. Zugleich darfst du den Körperfettanteil jedoch nicht als alleinigen Erfolgsmaßstab missverstehen. Auch die Entwicklung deiner Kraftwerte ist beispielsweise von Bedeutung. Und wenn es dir um Ästhetik geht, hilft am Ende ohnehin nur der Blick in den Spiegel.

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